Heimatverein-Holzheim

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Das Neogen Teil 1 von 23,5 bis 2.58 Mill. Jahre

Miozän von 23,5 bis 5,3 Millionen Jahre

 

Am Anfang des Untermiozäns hat die Paratethys, im jetzigen Alpenvorland, noch Meerwasser-Melasse. In derMitte des Untermiozäns änderte sich das in eine Brackwasser-Melasse und zum Ende des Untermiozäns bestand schon eine Süsswasser-Melasse. Daraus muss man Ableiten, dass die Paratethys vor etwa 18 Millionen Jahren im deutschen Raum ein Binnengewässer geworden ist. Die Verbindung zur Tethys im Westen und damit zum offenen Meer war unterbrochen. Die Paratethys zog sich nach Osten zurück, wo sie noch längere Zeit marin blieb.

Dies war auch die aktive Zeit folgender Vulkanegebiete in Deutschland.

Rhön: Die hohe Rhön besteht fast ausschließlich aus vulkanischem Gestein der Tertiärzeit mit einer Dicke von 300m. Die Hauptaktivitätszeit lag vor 25 bis 18 Millionen Jahre und endete vor ca. 11 Millionen Jahre. Bohrungen haben ergeben, dass die Vulkantätigkeit bis zum Ende der Kreide oder zum Anfang des Tertiärs zurückreichen.

Vogelsberg: Der Vulkanismus setzte vor 19 Millionen Jahre ein und ging in Perioden bis vor ca. 10 Millionen Jahre. Das Maximum lag vor 17 bis 15 Millionen Jahre.

Der Teufelsberg ist die höchste Erhebung mit 774 m. Mit einer bedeckten Vulkanfläche von

2 200 Km² ist der Vogelsberg das größte geschlossene Vulkangebiet Mitteleuropas.

Westerwald: Vor ca. 23 Millionen Jahre wurden die Vulkane aktiv (Lippold&Todt 1978).

In dieser Zeit entwickelten sich nacheinander zwei eigenständige, benachbart zueinanderliegende Vulkanfelder.

Siebengebirge: Der Drachenfels besteht ausschließlich aus hellem, feinkörnigen Trachyt mit einem Alter von 22 Millionen Jahre. Die umliegenden Vulkane waren scheinbar sowohl davor, als auch noch danach aktiv.

In diesem Zeitraum waren weitere Vulkane u.a. am Oberrheingraben sehr aktiv.

Bereich Odenwald, Raum Stuttgart, der Kaiserstuhl vor 18 bis 13 Millionen Jahre, usw.

 

Vor 15 Millionen Jahre hat ein Steinmeteorit von etwa 800 m Durchmesser das „Nördlinger Ries“ erschaffen. Er drang etwa 1 000 m tief ein und hinterließ einen kreisrunden Krater von 24 Km Durchmesser. Gleichzeitig hat ein zweiter Meteorit das „Steinerne Becken“ in der schwäbischen Alp durch seinen Einschlag ausgeformt.

 

Bild 1: www.scotese.com/miocene.htm Die Erde vor 14 Millionen Jahre

 

Zu Beginn desMiozän verlangsamte sich die Absinkgeschwindigkeit des Niederrheingebietes erheblich. Ebenso nahm die Aufstiegsgeschwindigkeit des Schiefergebirges ab. Dadurch wurde auch weniger Erosionsschutt von den Flüssen in die Niederrheinsenke, Brohler Rhein, Maas und andere kleine Flüsse, eingebracht. Die Flüsse die zu Beginn der Absenkung noch durch den mittleren Bereich des Niederrheins entwässerten, verlagerten sich durch Erosionsvorgänge an den Südwestrand. Dies war die Grundlage für ungestörtes Moorwachstum. Der Grundwasserspiegel stieg, ebenso die Temperaturen. Der größte Teil des Niederrheins war von einem sehr flachen Meer bedeckt. An der Küste waren sehr viele Seen und Lagunen vorhanden. Darin bildeten sich ausgedehnte Sumpfwälder und Waldmoorgebiete. Es wurden Mammutbäume, Sumpfzypressen, Laubbäume und Palmen nachgewiesen. Durch das langsame Absinken der Niederrheinschollen konnten sich immer mächtigere Torfschichten aufbauen. Wichtig war, das die Absinkgeschwindigkeit der Schollen und der Aufbau der Torfschichten im Gleichklang abliefen. Die idealen Bedingungen herrschten im Raum Bergheim. Hier bauten sich Torfschichten mit einer Mächtigkeit bis zu 270 m auf. Durch das Gewicht späterer Abdeckungen wurde diese Schicht auf 100m Braunkohlendicke zusammengedrückt. Weiter nach Nordwesten ist die Braunkohlenschicht in zwei oder mehrere Schichten auf gespalten. Dies zeigt, dass das Meer immer wieder nach Süden vordrang und das Moor überflutete. Das Moor wurde gleichmäßig mit weißem oder braunem Sand zugedeckt. Es gibt aber auch chaotische Vermischungen aller Bestandteile, angereichert mit Feuersteinknollen aus dem Aachen Maastrichter Raum. Dies wird als Ergebnis von Sturmfluten gedeutet.

Dann zog sich das Meer nach Norden zurück und ein neues Moor konnte entstehen. Die meisten Meeresschwankungen haben in dieser Zeit zwischen Mönchengladbach und Venlo stattgefunden.

 

Bild 2:Hauptgebiet der Braunkohlenlagerstätte

 

An diesem Bild der Braunkohlenlagerstätten ist ersichtlich, das der Kreis Neuss nur am Rande von Grevenbroich bis Korschenbroich zum Hauptbereich der Moorbildung gehörte.

Die Küstenlinie im Kreis Neuss muss nach Untersuchungen teils Wattenmeer und zum anderen Teil eine Dünenlandschaft mit vorgelagerten Nehrungen gewesen sein. Bei den subtropischen Temperaturen und vielen Niederschlägenlösten chemische Prozesse Kieselsäure aus den Sanden. Diese verklebten die Quarzkörner aus denen der Sand besteht zu einem festen Stein. Durch spätere Erosion wurden diese Schichten teilweise wieder abgetragen. Der Liedberg hat diese Erosion überstanden und steht als Quarzidberg mit einer Höhe von 30 m über dem umliegenden Gelände. Holzheim lag in diesem Uferbereich und war wohl seit dieser Zeit nicht mehr vom Meer überschwemmt.

Das unterschiedliche Absinken der einzelnen Schollen und deren Auswirkungen kann man auch an der Abraumwand im Braunkohlengebiet an mehreren Stellen sehen.

 

Bild 3: Bild 4 von Seite 20 Natur und Landschaft im Kreis Neuss

 

Hier ist deutlich der Versatz der weißen Meeressandschicht und des Kohlenflözes zu sehen.

Diese tektonischen Störungen sind sichtbare Zeichen von Ausgleichsbewegungen an den Schollenrändern. Die dort wirkendenKräfte haben sich in unserem Gebiet an verschiedenen Erdbeben in der Vergangenheit und in den letzten Jahren gezeigt. Düren im Jahre 1756 mit einer Magnitude von 5,6 (rückgerechnet) als stärkstes mehrerer Beben von 1755 bis 1760.Im 19. Jahrhundert mehrere Beben und von 1932 bis 1985 neun weitere und das Stärkste am 13. April 1992 mit einer Magnitude von 5,9 in Heinsberg das den meisten noch in Erinnerung ist. Ebenso das letzte am 22. Juli 2002 in Alsdorf mit einer Magnitude von 4,9. Daneben gab und gibt es viele Erdbeben in unserer Region die wir nicht oder kaum spüren, die aber gemessen werden.

Eine Besonderheit aus unserer Gegend. Die Jülicher Stadtfestung steht zu ca. 90% auf der Rurscholle. Nur die vordere rechte Ecke steht auf der Erftscholle. Durch unterschiedlichen Absinkgeschwindigkeiten dieser beiden Schollen entsteht ein so großer Druck auf dieses meterdicke Eckteil, das hier Risse in der Mauer zu sehen sind. Ebenso ist die Grenze der Rur- zur Erftscholle auf der A 44 kurz vor Jülich deutlich zu sehen. Wenn man von der hohen Erftscholle den Berg herunter fährt zu dem Fluss Rur, ist man direkt auf der Kante dieser beiden Schollen.

 

Dies sind untrügliche Zeichen, das wir auch Heute noch auf einem sehr bewegtem Untergrund leben.

 

Bild 5: Unterschiedliches Absinken der Schollen u.a. der Erftscholle

 

Zu Beginn des Obermiozänskam es zu einem dramatischen Meeresspiegelrückgang. Die Verbindung der Tethys zum Atlantik an der Straße von Gibraltar wurde unterbrochen. Ebenso die Meeresverbindungder Paratethys über der Oberrheingraben mit der Nordsee. Vorläufer des Rheins, der Brohler Rhein, schnitt sich immer weiter nach Süden in den Mittelrheingraben ein. Durch die Auswaschungen wurde der Graben nach Süden immer tiefer, bis er die Mosel erreichte. Der Abfluss der Mosel wurde nach Norden umgeleitet. Auf die gleiche Weise wurden weitere südliche Flüsse wie die Lahn und Nahe angeschlossen. Durch neue tektonische Ereignisse im Oberrheingraben wurde auch der Oberrhein (Straßburger Rhein mit seinen Zuflüssen) an dieses neue Flusssystem angeschlossen und wird nun Kaiserstühler Rhein genannt. Durch die größeren Wassermengen des neuen Rheins wurden auch größere Mengen an Kiese und Sande in die Niederrheinebene eingebracht. Durch den größeren Transport an Erosionsschutt war sein südliches Bett bei Euskirchen und Düren bald verfüllt. Der Rhein verlagerte sich wieder in die Mitte des Niederrheingebietes und überschüttete die großen Torfmoorflächen mit mächtigen Kies und Sandschichten. Damit war das große Torfwachstum beendet. Das Gewicht der Aufschüttungen drückte die Torfschichten zusammen. Flächen mit dicken Torfschichten wurden stärker zusammengedrückt (abgesetzt) als Mischflächen aus Sand und Torf. Dadurch entstanden Senken, in die sich weitere Ablagerungen absetzen konnten.

Nur an den Rändern und an den schwachen Absetzgebieten konnte sich neues Moor entwickeln. Aus diesen wirtschaftlich unbedeutenden Moorflächen entwickelten sich die sogenannten Oberflöze. Diese reichen am Rande von Köln bis an die Oberfläche. Bereits Tacitus der römische Geschichtsschreiber berichtet um 50 n. Chr. von einem geheimnisvollen Feuer das in der Nähe von Köln, Häuser, Felder und Dörfer vernichtet habe, bevor man es mit Erde und Steine löschen konnte.Hier wird ein brennendes Braunkohlenflöz beschrieben.

 

Zum Ende des Obermiozäns hob sich das Schiefergebirge schneller. Der Fluss musste sich tiefer in den Mittelrheingraben eingraben. Durch eine Zunahme der Niederschlagsmenge in dieser Zeit, wurde die Fließgeschwindigkeit größer. Dadurch konnte der Fluss zeitweise auch größere Steine transportieren. Diese Flussablagerungen werden Kieseloolith-Schichten genannt.

 

Pliozän von 5,3 bis 2,58 Millionen Jahre

Vor 4,6 Millionen Jahre begann die letzte Phase der Verbindung von Nord- und Südamerika im Bereich des Panamakanals. Vor 3,5 Millionen Jahre war die Verbindung abgeschlossen. Damit wurde die bis dahin wetterbestimmenden Meeresströmungen aus dem Pazifik in den Atlantik unterbrochen. Es bildeten sich die bis heute noch gültigen wetterbestimmenden Meeresströmungen (Golfstrom/Nordatlantikstrom) heraus.

Vor etwa 2,4 Millionen Jahre hat der Rhein erstmals Sande aus dem Alpenraum bei uns abgelagert. Der Ur-Rhein war entstanden.

Im setzten sich die Ablagerungen der Kieseloolith-Schichten durch den Kaiserstühler-Rhein und die Ur-Maas fort. Sie bestehen aus Kiesen und Sanden in denen teilweise große Tonpakete eingelagert sind. Die tonige Flusstrübe setzte sich wahrscheinlich bei Überschwemmungen in Seen und Altflussarmen ab, während der Erosionsschutt im Hauptflussgebiet blieb. Durch Wanderung des Hauptflusses wurden die Tonpakete mit Kies und Sand bedeckt. So entstanden Schichtenfolgen im Kieseloolith mit bis zu sechs Tonschichten. Die tieferen Tonschichten bezeichnet man als Rottone und die oberen als Revue-Tone. Bei noch immer warmen Klima entwickelten sich ständig neue Moorflächen, die nach Untersuchungen des gefundenen Blütenstaubes hauptsächlich aus Mammutbäumen bestanden. Es konnten aber keine dicken Torfpakete entstehen, da sie mehrfach von Flussablagerungen bedeckt wurden. Die Nordsee zieht sich zum Ende des Pliozäns in etwa auf ihre heutige Position zurück.

Das Pliozän und seine langandauernde Warmzeit geht durch eine dramatische Klimaabsenkung zu Ende.

Das Eiszeitalter beginnt.

 

Bild 6:
Schichtenfolge des Tertiärs.
Die Braunkohleschichten
vom Oligozäns bis
zum Miozän.
(nach Rheinbraun von 1987)

 

Flora:

Im Paläozän nimmt der Artenreichtum der Pflanzen nur langsam zu. Diese müssen sich erst von dem großen Einbruch an der Kreidegrenze erholen. Aber wie neueste Einzelfunde belegen, geht bei sehr guten Bedingungen die Entwicklung auch viel rasanter voran. Oder der vorhandene Kreidewald wurde an der K-T-Grenze aus bisher nicht bekannten Gründen eben doch nicht vernichtet..

In Castle Rock in Colerado/USA haben K. Johanson und B. Ellis einen versteinerten subtropischen Regenwald gefunden, der etwa aus der Zeit von 64,1 Millionen Jahre stammt. Hier ist eine große Artenvielfalt und Blätter bis 1 m² sowie Baumdurchmesser bis 1,8 m vorhanden(siehe auch Bericht Kreide).

Im Eozän erreicht unter tropischen und subtropischen Bedingungen die Artenvielfalt neue Höchststände. Für das Eckfelder Maar besteht die Sammlung bereits aus 800 Blüten und Blütenständen. Neben Palmen, Affenbrot- und Balsaholz, Kola- und Kakaubaum, befanden sich auch Buchen, Ulmen, Linden, Haselnuss, Ahorn, Birke und Eiche darunter.

Für das Miozän werden in Öhningen 475 Arten gezählt. Davon 85 tropische und 266 subtropische Arten. Gegenüber dem Eozän ist hier schon eine Zunahme der nordischen Laubmischflora festzustellen. Dies ist wohl auf die langsame globale Temperaturabsenkung zurückzuführen.

 

Das NeogenTeil 2 (alt Quartär) gliedert sich in:

Das Pleistozän wird in Unter-, Mittel-und Oberpleistozän unterteilt.

Unterpleistozänvon 2,58Millionen Jahre bis 783 000 Jahre

Mittelpleistozän von 783 000 bis 128 000 Jahre

Oberpleistozänvon 128 000 Jahre bis 11 500 Jahre

Das Holozänvon 11 500 Jahre bis Heute

 

Es folgen weitere Unterteilungen in Europa, die nach den unterschiedlichen Kalt- und Warmzeiten benannt sind, s. unter Klima.

 

Unterpleistozän, von 2,58 Millionenbis 783 000 Jahren

An der Grenze vom Pliozän zum Unterpleistozän sank die Temperatur dramatisch ab.

Vor etwa 2,4 Millionen Jahre hat der Rhein erstmals Sande aus dem Alpenraum bei uns abgelagert. Der Alpenvorland-Rhein war entstanden. Der Alpenrhein (Toggenburger-Rhein), dieses bis dahin zur Donau abfließenden Flusssystem wurden durch die ersten Alpengletscher abgelenkt und fand durch den Oberrheingraben im Laufe des Unterpleistozän den Anschluss an das Rheinsystem. Der heute bekannte Rhein war entstanden. Dieser Fluss lagerte große Mengen Schotter in seinem Mündungsdelta, welches auch den Niederrhein umfaste, ab. Die einzelnen Schotterarten zeigen genau an, wo sie herkommen und wann etwa die oberen Flusssysteme an den Rhein angeschlossen wurden. Das Mündungsdelta selbst reichte damals von Emden bis nach Rotterdam. Der Rhein folgte der Grabenzone (s. Bild im Oligozän) bis in die Nordsee hinaus. Zum Ende dieser Zeit begann die Bildung der Hautterrassen.

Vor 1,3 Mill. Jahren und vor 630 000 Jahren fanden zwei sehr große Vulkanausbrüche statt, deren Entstehungsort nicht genau lokalisiert werden konnte. Erst die Sattelitentechnik zeigte eine riesige Caldera im Yellowstone. Der Krater ist 75 Km lang und 35 Km breit. Ein Krater mit diesen Ausmaßen ist von der Erde aus nicht zu erkennen. Diese gewaltigen Mengen an Asche und Gase beeinflussten das Erdklima über Jahre ja Jahrzehnte. Neueste Untersuchen zeigen, das sich im Untergrund zur Zeit wieder erhebliche Magmamengen sammeln.

 

Bild 7: Entwicklung des Rheinlaufes (AVR = Alpenvorlandrhein)

 

Mittelpleistozän, von 783 000 Jahren bis 128 000 Jahren

Vor 783 000 Jahren hat sich zum letzten Mal das Magnetfeld der Erde umgedreht. Es wechselte von der Matuyama- in die Brunhes-Epoche. Diese Magnetfeldverschiebungen lassen sich in den Ablagerungen der Erdschichten durch verschiedene Polrichtungsanzeigen nachweisen.

Vor 700 000 Jahren nahm die Aufstiegsgeschwindigkeit der Rheinischen Scholle wieder zu.

Dies führte vor 620 000 Jahren zu einem neuer Vulkanismus dessen Schwerpunkt in der Westeifel zwischen Dockweiler, Daun, Hillesheim und Gerolstein lag. Es sind etwa 100 Tuff- und Schlackekegel entstanden. Die quartären Vulkane haben oft mehrere Ausgangspunkte. Die Schätzung liegt bei 230 Ausbruchspunkte.

Ein weiterer Vulkanismus begann mit drei Phasen in der Osteifel. Die erste Phase begann vor 500 000 Jahren und endete vor 300 000 Jahren. Sie begann westlich des Laacher Sees, ging nach Osten über den Rhein und nach Süden bis in das Neuwieder Becken. In einer weiteren Ausbruchsphase vor etwa 200 – 170 000 Jahren flossen aus dem Wingartskraten große Mengen Magma in ein Talsystem welches unter dem heutigen Niedermendig lag. Aus diesem ehemaligen Lavastrom von vor 180 000 Jahren wurde 2005 die Basaltstele gebrochen die Heute als Liudger-Stele in Erinnerung an „1200 Jahre Holzheim“ auf dem Kirchenvorplatz steht.

Durch die Hebung der Rheinischen Scholle mussten die Flüsse sich ein tieferes Bett graben.Ein tiefer Taleinschnitt bildete sich von Bingen bis Bonn und etwas abgeschwächt am südlichen Niederrhein bis Düsseldorf. Dadurch entstand das Heute bekannte Talnetz. Der Rhein hat sein Bettseit dieser Zeit um etwa 150 m in den Mittelrheintiefergelegt. Die Eintiefungendes Rhein- und Moseltales gingen in Etappen vor sich. In den feuchten Phasen der Eiszeiten wurden durch die größeren Wassermengen mächtige Schottermengen abgelagert und ein Teil der vergangenen Taltieferlegung wieder aufgefüllt. In den langen trockneren Zeiten hat der Fluss diese Aufschüttungen im mittleren Bereich wieder ausgeräumt. Anschließend wurde der Talgrund weiter eingetieft. Dadurch wurden die Täler unten immer enger und an den Rändern blieben sogenannte Terrassen stehen. Am Rhein und an der Mosel kann man an diesen einzelnen Terrassen genau die Abfolge dieser Betttieferlegung im Paläogen (Tertiär) und besonders im Neogen (Quartär) verfolgen. Die mitgeführten Sedimente hat der Rhein und die Maas am ganzen Niederrhein abgelagert. Zu dieser Zeit war der ganze Niederrhein Flussbett. Eine weitere verstärkte Hebung zu Beginn der Elster-Kaltzeit des Schiefergebirges und besonders des südlichen Niederrheins, führte zur Einengung der Flussbette an Rhein und Maas. Es entstanden die Hauptterrassen. Der älteren und der jüngeren Hauptterrasse werden je vier Terrassenkörper zugerechnet. Ab dem Beginn der Hauptterrassenzeit (vor etwa 600 000 Jahren) wurde der Rhein langsam auf die östliche Seite der Niederrheinischen Bucht abgedrängt. Zurück blieb eine Oberfläche am Niederrhein, die Hauptterrasse, die vom Rhein nicht mehr überflutet wurde. Sein Bett ging in der Bildungszeit der Hauptterrassen noch von Düren bis Mettmann. Zu Beginn der Mittelterrassenzeit vor ca. 500 000 Jahren reichte das Rheinbett nur noch von Grevenbroich bis Gerresheim. In der Elster-Kaltzeit (420 bis vor 300/270 000 Jahren) entstanden, durch den gleichen Vorgang wie bei den Hauptterrassen beschrieben,drei obere Mittelterrassen und in der Saale-Kaltzeit (180 bis vor 120 000 Jahren)vier untere Mittelterrassen. Das Bett des Rhein war nur noch 14 Km breit und ging von Hoisten bis Grafenberg. Mit dem Ende der Saale-Eiszeit hörte diekräftige Erhebung des Niederrhein langsam auf. Die Bildung der Mittelterrassen war somit vor ca. 120 000 Jahre abgeschlossen. In der Folgezeit bis Heute findet nur noch eine schwache Hebung der Eifel und des Niederrheins von ca. 1 – 2 mm pro Jahr statt.

Auf diesen neuen flussfreien Flächen konnte sich jetzt Sand oder Löss, der durch die Winde der verschiedenen Eiszeiten herangetragen wurde, absetzen. Dies geschah in mehrfachen Lagen auf der sich die Vegetation der eisfreien Zeiten ausbreiten konnte. Bei der letzten Eiszeit wurde viel Löss in unsere Gegend verweht, der wir unseren heutigen fruchtbaren Böden verdanken.

Zur Elstereiszeit wurde das Mündungsdelta von Maas und Rhein teilweise (?) von dem Eis erreicht und der Fluss musste nach Süden ausweichen. Da diese Elster-Schichten aber von der späteren Saale-Eiszeit überdeckt und eingeebnet wurden, ist eine genaue Aussage über die Ausdehnung der Elstereiszeit in unseren Raum noch nicht abschließend festgelegt. In der Saale-Eiszeit, bei der das Eis bis Ratingen und Krefeld vordrang und halb England bedeckte, wurde der Fluss über den Nordkanal nach Westenund im trockenen Ermelkanal nach Südwesten abgedrängt (Saalischer Rhein). Er nahm als seine Nebenflüsse die Wasser der Maas, der Schelde und der Themse auf und mündete in Höhe der Bretange in den Atlantik. Die Länge des Rheins (heutige Länge 1320 Km) hatte sich zu dieser Zeit etwa verdoppelt.

Bild 8: Rheinverlauf während der Saale-Eiszeit.

In diesen Eiszeiten war der Meeresspiegel um weit über hundert Meter abgesunken, da große Mengen an Wasser im Eis gebunden waren. Da dieser Zustand mit großen Schwankungen über mehrere Jahrtausende anhielt, gab es zwischen den Kontinenten immer wieder neue Landbrücken. Auf diesen gab es große Wanderbewegungen von Mensch und Tier.

Oberpleistozän, von 128 000 Jahre bis 11 500 Jahre

Bei Bad Bertrich kam es vor ca. 50 000 Jahren innerhalb kurzer Zeit an sieben Stellen zu Eruptionen. Auf zwei Km Länge zeugen sechs Schlackekegel und das Hardter-Maar von den Ereignissen aus dieser Zeit.

Die jüngste Neogenen Vulkane sind die Maare. Der Dreiser Weier (Maar) ist etwa 30 000 Jahre alt. Die Dauner Maare sind nach neuesten Forschungen etwa 20 – 30 000 Jahre alt. Aus der gleichen Zeit stammen die Maare bei Udler, bei Gillenfeld und neben weiteren auch das größte Maar der Eifel. Das Meerfelder Maar hat einen Durchmesser von 1480 m und eine Wassertiefe von fast 200 m. Mit der Eruption vom Laacher See vor 11 000 Jahren und mit dem Ulmener Maar vor etwa 10 000 Jahren fand der Vulkanismus sein vorläufiges Ende.

Wobei man die Asche des Laacher Ausbruches von Basel bis nach Schweden und weit über Berlin hinaus noch nachweisen kann. Diese Ascheschicht ist für Geologen und Archäologen eine wichtige Zeitmarke.

 

Der Rhein benutzte seine gesamte Bettbreite die auf unserer Seite von Gohr über Hoisten an der Mittelterrassenkante entlang nach Norden führte. In der Weichsel-Kaltzeit (70 bis vor 10 000 Jahren) wurden, durch die weiterhin andauernde schwache Hebung des Niederrhein, drei Niederterrassen in dem verbleibenden Talbett aufgeschüttet. Dadurch wurde das Rheinbett weiter eingeengt. Der Rhein floss mit vielen Windungen, die sich bis in die Neuzeit ständig änderten, in einer Breite bis 10 Km zu Tal. Die neue Flussbettkante ist besonders in Dormagen neben der Altstadt deutlich zu sehen. Sie verlief ab Delrathbis nach Neuss in etwa auf der Linie der A 57. Auf der anderen Rheinseite waren noch große Teile von Düsseldorf vom Flusstal bedeckt. Erst im 19./20. Jahrhundert wurde der Rhein durch die Uferbefestigungen und den Deichbau in ein festes Bett gezwungen. In der jüngsten Niederterrassenschicht ist Bims aus dem Vulkanausbruch von Maria Lach eingelagert.

 

Fauna: Die Entwicklung der Säugetiere (s. Paläogen) setzt sich in ungeahnter Tempo fort und erreicht die Heute bekannte Vielfalt. Auf dem Wege bis Heute ist bereits eine große Anzahl wieder Ausgestorben oder hat sich zu neuen Arten weiterentwickelt. Die letzte, von ihrer Ursache noch unbekannte Aussterbewelle erfasste vor etwa 12 000 Jahren das Mammut, das große Faultier, den Säbelzahntieger u.a..
Im marinen Bereich;

 

Der größte Meeresbewohner seiner Zeit war der Megalodon ein Riesen-Hai. Seine größte Verbreitung war im Miozän von 24 –5 Millionen Jahre. Ausgestorben ist er wohl vor 1,5 Millionen Jahre. Der Megalodon konnte bis 20 m groß und bis 12 to schwer werden. Da er bis auf die Zähne nur aus Knorpel besteht, sind auch nur diese erhalten geblieben. Es wurden bereits Exemplare von 15 cm Größe und 150 gr. Gewicht gefunden. Zu seinem Jagdgebiet gehörten auch die Gewässer des Niederrheins. Dabei wird er auch in den Küstengewässern bei Grevenbroich und Korschenbroich auf Jagd gegangen sein.

 

Klima: Im Laufe des Oberoligozäns stieg die Temperatur langsam wieder und erreichte im Miozän Werte um die +18°C. Dies ist doppelt so warm als Heute. Zum Ende des Miozäns (Obermiozän) und im Pliozän sinkt die Temperatur ständig und leutet damit die beginnende Eiszeit ein. Im Pliozän beginnt auch die Nordhalbkugel zu vereisen. Zum Ende des Pliozän erscheinen auf Island und Sachalin die ersten Moränen-Absätze.Eiszeiten: Zur besseren Einordnung erhielten die jeweiligen Eis- und Warmzeiten Namen. Es folgen weitere Unterteilungen in Europa, die nach den unterschiedlichen Kalt- und Warmzeiten benannt sind. Die zahlreichen lokalen Gliederungen mit ihren Eigennamen, die selbst von Fachleuten kaum übersehen werden können, wirken auf Nichtfachleute oft verwirrend. So wird der jüngste kaltzeitliche Eisvorstoß mit seinem Höhepunkt vor etwas mehr als 20.000 Jahren im nördlichen Mitteleuropa als Weichsel- im nördlichen Alpenraum als Würm-, in Nordrussland als Waldai-, auf den Britischen Inseln als Devensian-, in Nordamerika als Wisconsineiszeit usw. bezeichnet. Auch für ältere Kalt- und Warmzeiten existiert eine Fülle von Lokalnamen.

 

Eine weitere Schwierigkeit der eiszeitlichen Ablagerungen auf dem Festland besteht darin, dass sie nicht kontinuierlich (ununterbrochen) abgelagert wurden und werden. Vielmehr folgen auf Phasen schneller Sedimentation (z. B. bei Gletschervorstößen), Phasen ohne Sedimentation oder sogar Abtragungsereignisse. In Norddeutschland ist zum Beispiel kein Ort bekannt, an dem alle Geschiebemergel der drei großen Vereisungsphasen und die Ablagerungen der dazwischen liegenden Warmzeiten übereinander vorkommen. Die Korrelation muss auch hier über große Entfernungen erfolgen und kann Fehler aufweisen.

 

Die international anerkannte Gliederung des Eiszeitalters beruht daher auf den Eigenschaften von marinen (Meeres-) Ablagerungen. Sie haben den Vorteil, dass sie an günstigen Stellen kontinuierlich abgelagert werden und sowohl die warm- als auch die kaltzeitlichen Ablagerungen enthalten.

 

Marine Sauerstoff-Isotopen-Stratigraphie: Wichtigstes Hilfsmittel bei der Gliederung des Eiszeitalters sind die Verhältnisse der stabilen Isotope des Sauerstoffs 16O und 18O in kalkschaligen Mikroorganismen(Fenomeniferen). Da das leichtere Isotop 16O im Vergleich zum schwereren 18O bei der Verdunstung angereichert wird, kommt es zu einer isotopischen Fraktionierung des Sauerstoffs. Auf Grund der Speicherung des leichten Isotopes 16O in den kontinentalen Eismassen während der Kaltzeiten ist der Ozean in dieser Zeit isotopisch schwerer (Eiseffekt). Lokal wirken sich die reduzierten Ozeantemperaturen während der Kaltzeiten auch auf das Isotopenverhältnis der Kalkschale der Foraminifere aus. Eine erhöhte Verdunstung im Lebensraum der Foraminifere, aber auch ein erhöhter Eintrag von isotopisch leichterem Schmelzwasser führt zu einer Verschiebung des 16O/18O-Verhältnis im Wasser und somit im Gehäuse der Kalkalge (Salinitätseffekt). Man hat das komplette Eiszeitalter in 103 Isotopenstadien untergliedert. Ungerade Zahlen werden an Warmzeiten (Interstadiale bzw. Interglaziale) vergeben, gerade hingegen an Kaltzeiten (Glaziale). Die gegenwärtige Warmzeit entspricht dementsprechend dem marinen Sauerstoff-Isotopenstadium 1 (abgekürzt MIS 1 für das international gebräuchliche Marine Isotope Stage 1), der Höhepunkt der letzten Kaltzeit entspricht dem MIS 2.

Im Pleistozän sind sechs große Eiszeiten nachgewiesen. Diese und die folgenden Warmzeiten beinhalten aber auch mehrere große Temperaturschwankungen. Dadurch werden die Kalt- aber auch die Warmzeiten in weitere Unterstadien unterteilt. Nach der Marine Sauerstoff-Isotopen-Stratigraphie gab es 103 Isotopenstadien, das heißt, es gab seit Beginn der Eiszeit bis Heute 51 Kalt- und 52 Warmzeiten.

 

Eine weitere, verbreitete Gliederung geht von den Schwankungen und Umpolungen des Magnetfeldes der Erde aus. Vor etwa 0,78 Mio. und 2,58 Mio. Jahren gab es große Umpolungen des Magnetfeldes. Weiterhin gab es kurze Umpolungsphasen innerhalb der großen Epochen, so zum Beispiel vor 1,77 Mio. Jahren. Findet man Spuren davon, etwa durch die Ausrichtung magnetischer Minerale in eiszeitlichen Ablagerungen, kann man so die Ablagerungen datieren. Diese Methode ist sowohl für festländische als auch für Meeresablagerungen geeignet. Deshalb ist eine von vielen Wissenschaftlern anerkannte Grenze des Eiszeitalters gegen das Pliozän die große Umpolung des Erdmagnetfeldes vor 2,58 Mio. Jahren, die gut mit dem ersten Auftreten von Vergletscherungen auf der Nordhalbkugel übereinstimmt.

Es werden folgende Eis- und Warmzeiten als Hauptzeiten beschrieben.

Im Unterpleistozän (von 2,58 Mill bis 783 tausend Jahren)

Norddeutsche-BezeichnungAlpenraum-

 

Prätegelen Kaltzeit etwa von 2 400 000 bis 2 200 000 Jahren.

Tegelen Warmzeit

Eburon Kaltzeitvon 1 700 000 bis 1 400 000 Jahren.

Waal Warmzeit

Menap Kaltzeitvon 1 200 000 bis820 000 Jahren.Günz

Cromer Complex

Cromer I

Im Mittelpleistozän (von 783 bis 128tausend Jahren)

Cromer II bis IV

Elster Kaltzeitvon420 000 bis300/270 000 Jahren.Mindel

Holstein Warmzeit

Saale Kaltzeitvon180 000 bis120 000 Jahren.Riss

Im Oberpleistozän (von 128 bis 11.5 tausend Jahren)

Eam Warmzeit

Weichsel Kaltzeitvon70 000 bis9 500 Jahren.Würm

 

Innerhalb dieser Kaltzeiten gab es kältere Klimabedingungen in denen sich das Eis ausdehnte und wärmere Zeiten in dehnen sich das Eis wieder zurückzog. Dadurch finden sich innerhalb einer Kaltzeit mehrere Eisvorstoßphasen die mit unterschiedlichen Namen gekennzeichneten wurden. Im polnischen wie im Alpenraum haben diese unterschiedlichen Eisvorstoßphasen andere Namen erhalten. Das im Eis gebundene Wasser führte zu großen Meeresspiegelschwankungen. Diese waren bis zu 150 Meter mit erheblichen Folgen. Die Nordsee und das Mittelmeer sowie das dahinterliegende Marmara- und Schwarze Meer fiel mehrfach trocken. Für die in diesen langen, über mehrere Jahrtausend dauernden, Trockenzeiten lebenden Menschen war der alte Meeresboden neue Lebensraum und nach Generationen auch Heimat. Bein nächsten Meeresanstieg liefen die Meeresbecken von Mittelmeer, Marmara- und Schwarze Meer wieder voll. Für die dort lebenden Menschen war dies die Sintflut, was ja auch in der Bibel und in anderen Volkssagen eindrucksvoll beschrieben wird.

Die erste große Vereisungswelle die das Mitteleuropäische Tiefland erreichte, war zur Elster Kaltzeit. Erstmals schlossen sich die skandinavischen mit den schottischen Eismassen zusammen und bedeckten die ganze Nordsee. In unserem Bereich kam das Eis bis in den Nordosten der Niederlande wo glazigene Sande und dunkelbraune Tone die so genannten Pot-Clay gefunden wurde. Die Grenzen sind aber schwer zu bestimmen, da sie von der nachfolgenden Saale-Eiszeit verwischt oder beseitigt wurden. Man vermutet dass die Eismassen bis in das Rheingebiet vorgestoßen sind und den Rhein schon zu dieser Zeit das erste mal umgeleitet haben.

In Norddeutschland entstanden durch Schmelzwassererosion tiefe Rillen. Ein extremes Beispiel ist die bis über 400 m unter NN eingetiefte Reeßelner Rinne in der nordöstlichen Lüneburger Heide. Im nördlichen Niedersachsen ist ein hoher Anteil des Geschiebes aus dem Oslogebiet. Im nordostdeutschen Tiefland ging der Eisvorstoß bis zu den südlichen Mittelgebirgen. Mindestens zwei eingeschaltete Geschiebemergelschichten in den sonstigen Ablagerungen lassen zwei größere Eisvorstöße erkennen. Der Hauptvorstoß, die Zwickauer Phase, ging vom Thüringer Becken, dem Elbsandsteingebirge bis zum Lausitzer Bergland.

Der zweite Hauptvorstoß, die Markranstädter Phase, blieb deutlich hinter der ersten zurück. In der dazwischen liegenden Abschmelzphase soll sich das Eis aus Norddeutschlandzurückgezogen haben.

In der Holstein Warmzeit drang das aus der Nordsee kommende Holstein-Meer über Südholstein bis nach Jütland vor. Einzelne große Buchten erreichten über die Niederelbe Westbrandenburg und Westmecklenburg. Von hier ging ein Meeresarm bis nach Wismar.

Die Ostsee in der uns heute bekannten Ausdehnung gab es zu dieser Zeit noch nicht. Aus den erbohrten Ablagerungen kann man eine kurze kalte Phase erkennen, an die sich wieder warmzeitliche Ablagerungen (Dömnitz- oder Wacker-Warmzeit) anschließen. Diese werden noch der Holstein-Warmzeit zugerechnet.

In der Saale-Eiszeit überzogen mehrere Vorstöße des Inlandeises das Mitteleuropäische Tiefland. Der erste Eisvorstoß das Drenthe-Stadium erreichte im Westen in seiner größten gesicherten Verbreitung auch den Norden von Düsseldorf, Kaarst, Krefeld, Nijmwegen und Amersfoort. Ob das Eis möglicherweise noch weiter nach Süden vorgedrungen ist, wie Bodenuntersuchungen im Braunkohlengebiet bei Grevenbroich (Bodenablagerungen in Ost-West Fließrichtung) vermuten lassen, konnte ein zweites Mal nicht nachgewiesen werden. Auch haben das Rheinwasser und die Eisstaugewässer viele Spuren wieder verwischt.Dadurch wurde dem Rhein seine natürliche Abflussrinne verbaut. Er suchte sich von Grimlinghausen aus, südlich an Neuss vorbei, in Richtung Viersen bis nach Venlo ein neues Bett. Dort floss er mit der Maas über den trockengefallenen Ärmelkanal in den Atlantik. Die Schelde, Themse und Seine waren seine Nebenflüsse. Nach dem Rückzug des Eises belegte der Rhein wieder sein altes Bett. Zurück blieb ein sumpfiges Flusstal der sogenannte Nordkanal. Hier wollte Napoleon unter Ausnutzung dieser alten Flusssenke einen Kanal vom Rhein bis zur Maas bauen. Als Endmoränen sind bei uns u.a. der Hülser Berg bei Krefeld, die Hinsbecker Schweiz und der Fürstenberg bei Xanten erhalten geblieben. Hier wurde neben älteren Terrassen auch die jüngere Mittelterrasse zu einer Endmoräne zusammengeschoben.

In Ostdeutschland und in Südpolen hatte das Eis seine größte Ausdehnung, bis fastin das Quellgebiet von Oder und Weichsel.

Anschließend zog sich das Eis bis an die Ostsee zurück. Durch Bohrungen sind mehrere weitere Eisvorstöße belegt, die aber nur den Norddeutschen Raum erreichten. Der jüngste Drenthe-Eisvorstoß, die Lamstedter Phase, hat einen markanten Endmoränenzug von Cuxhaven bis Soltau hinterlassen. In Ostdeutschland ist ein zweiter Eisvorstoß nur in der Letzlinger Heide nachzuweisen.

In der Zeit zwischen dem Drenthe-Stadium und dem folgenden Warthe-Stadium war Norddeutschland eisfrei.

 

Bild 9: Eiszeiten und ihre Ausbreitung

 

Das Eis des Warthe-Stadiums hatte nicht die Ausdehnung des Drenthe-Stadiums. Im Nordwesten hat es knapp das Urstromtal der Elbe überschritten. In Ostdeutschland wird die erste Phase als Fläming-Kaltzeit benannt. Die zweite Phase wird als Lausitzer-Kaltzeit bezeichnet. Beide Kaltzeiten waren möglicherweise durch eine wärmere Phase der Rügen-Warmzeit getrennt. In dieser Zeit soll das Eis bis an die Nordsee abgeschmolzen sein.

Es folgte die Eem-Warmzeit. Sie war durch einen allgemeinen Temperaturzunahme und einen großen Meeresanstieg bestimmt. In den Niederlanden reichte das Meer im Bereich der Schelde und der Zuidersee weit in das Land hinein. An der westlichen deutschen Nordsee war die Küstenlinie ähnlich wie heute. Die abgelagerten Sande und Tone in Nordwestdeutschland enthalten einen großen Anteil von wärmeliebenden Faunabestandteilen, gegenüber den Ablagerungen des Holsteinmeeres. Lehringen bei Verden an der Aller ist durch eine Säugetierfauna bekannt geworden. In einer 8 m dicken Kalkmergelschicht zwischen zwei Torflagen, wurden neben einem Waldelefanten, Feuersteinwerkzeuge und eine 2,5 m lange Eibenholzstoßlanze gefunden.

Die Weichsel-Eiszeit ist die letzte der großen Eiszeiten. Im Westen wurde die Elbe von den Eismassen nicht überschritten. Auch in Ostdeutschland und in Polen wurde nur etwa die Hälfte des Tieflandes von dem Eis bedeckt. Die einzelnen Eisvorstöße werden als Brandenburger-, Frankfurter- und Pommerscher-Stadienbenannt. Alle diese Stadien haben, da sie nicht von nachfolgenden Eiszeiten eingeebnet wurden, ihre Endmoränenketten hinterlassen. Diese sind von Schleswig-Holstein bis Polen in vielen Reihen zu beobachten.

Zwischen diesen einzelnen Stadien kam es immer wieder zu kurzen Temperaturerhöhungen bei der sich das Eis meist bis tief in das Ostseegebiet zurückzog. Unterschiedliche Eisvorstöße innerhalb eines Stadiums werden als Staffel bezeichnet. Der letzte Eisvorstoß der deutsches Festland erreichte, wird als Ostrügen-Staffel bezeichnet. Die Endmoränen lassen sich von den Inseln Hiddensee, über Rügen, Wollin und auf dem Festland über Königsberg bis weit hinter Riga verfolgen. Bei der nachfolgenden Erwärmung machten sich erste Pionierpflanzen aufden eisfreien Flächen breit. In der Bölling- und Alleröd-Wärmeperiode breiteten sich erste Bewaldungen in großen Teilen des Mitteleuropäischen Tieflandes aus. Diese wurden durch verschiedene Kälteeinbrüche, die ältere und besonders noch mal durch die jüngere Tundren-Zeit von 12 – 11 500 Jahren (Dryas-Zeit) unterbrochen. Am Ende der Dryas-Zeit vor 11500 Jahren begann auch am Niederrhein eine kontinuierliche Erholung der Natur. Durch diese letzte Abschmelzungsphase gab es noch mal einen kräftigen Meeresspiegelanstieg. Die heutigen Küstenlinien wurden in etwa erreicht. Örtliche Einflüsse verändern bis Heute noch immer unsere Küste, diese sind aber nur selten den vergangenen Eiszeiten anzulasten.

Der letzte Kälteeinbruch kam so schnell, das neueste Forschungen ein außerirdisches Ereignis nicht mehr ausschließen. Die Forschungen zur Besiedelung von Amerika erbrachte Iridium in den Schichten nach 13 000. Dies deutet auf einen Meteoriteneinschlag hin. Es ließ sich aber weltweit kein Einschlagkrater aus dieser Zeit finden. Versuche haben aber gezeigt, dass ein über der Erde explodierter Himmelskörper nur eine mehr oder weniger flache Mulde erzeugt. Die erhöhten Ränder könnten in die Mulde aberodiert sein und haben damit die ehemalige Mulde aufgefüllt, also unsichtbar gemacht. Neben dem Iridium wurden auch noch verglaster Kohlenstoff und Nanodiamanten in diesen Schichten gefunden. Durch weitere Forschungen erhofft man dieses Rätsel lösen zu können.

 

Literatur:Geologie von Mitteleuropa, 6. Auflage von Roland Walter Harald Frater, Geologische Streifzüge Düsseldorf und die Kreise Mettmann und Neuss 2003

Josef Klostermann, Natur und Landschaft im Kreis Neuss 1995

Hugo Weidenhaupt, Düsseldorf Band 1,Schwann im Patmos

Verlag

Geo-Infoband Vulkaneifel 1999

Geologie am Niederrhein, , Geologisches Landesamt NRW 1988

Heimatbuch des Kreises Viersen 1986

Jürgen Kunow und Hans-Helmut Wegner, Urgeschichte im Rheinland. 2005

Verschiedene Internetseite von Universitäten und Privatpersonen

 

Rechtlicher Hinweis;Die Urheberrechte des Bildmaterials liegen bei den jeweiligen Besitzern.

 

Bildmaterial: Bild 1:www.scotese.com/miocene.htm Die Erde vor 14 Millionen Jahre

Bild 2:Bild 1 von Seite 295 aus Viersen 1989

Bild 3:Bild 7 von Seite 20 Natur und Landschaft im Kreis Neuss

Bild 4:Bild 3 von Seite 298 aus Viersen 1989

Bild 5:Bild 2 von Seite 296 aus Viersen 1989
Bild 6:Schichtenfolge des Tertiärs. Die Braunkohleschichten vom Oligozäns bis

zum Miozän.(nach Rheinbraun von 1987)

Bild 7: Uhrgeschichte im Rheinland, Jahrbuch 2005 des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz von Jürgen Kunow und Hans-Helmut Wegener von Seite 77, Abb 2.

 

Bild 8: Uhrgeschichte im Rheinland, Jahrbuch 2005 des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz von Jürgen Kunow und Hans-Helmut Wegener von Seite 78, Abb 3. Teilausschnitt.

Bild 9: Eiszeiten und ihre Ausbreitung

Sonderausstellung Bonn - Revolution Jungsteinzeit -

 

Unter diesem Motto wurde am 4. September die neue Archäologische Landes-ausstellung von NRW in Bonn eröffnet. Schirmherrin dieser Ausstellung ist die Ministerpräsidentin von NRW, Hannelore Kraft. Das besondere an dieser Ausstellung, es werden auch zwei Steinbeile der Archäologie-Werkstatt des Heimatverein Holzheim ausgestellt. Es handelt sich :

Erstens um ein sehr großes Steinbeil dessen Besitzer Hans Höffges aus Löveling ist. Er hat im Sommer 1987 beim Kartoffel roden dieses Steinbeil auf einem Feld zwischen Holzheim und Reuschenberg gefunden. Es ist 34 cm lang und wiegt 2680 gr.


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Datum: 14.12.2017
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